LAHMHEITEN
- Stützbeinlahmheit: Belastungsphase der erkrankten Gliedmaße ist verkürzt (Fußen und Abrollen), die Nachbarextremität wird entsprechend schnell vorgeführt und das Tier sackt auf der gesunden Seite ein (dadurch wird die kranke Seite entlastet). Äußert sich bei schmerzhaften Prozessen in Knochen, Gelenken und Hufe (besonders in den distalen Gliedmaßenabschnitten).
- Hangbeinlahmheit: Phase des Vorführens der erkrankten Gliedmaße ist verlangsamt. Äußert sich bei schmerzhaften Erkrankungen von Muskeln und Sehnen (also eher im proximalen Bereich der Gliedmaße).
- Stützbeinlahmheiten sind am besten auf hartem Boden erkennbar. Beim Abbiegen wird die Lahmheit am deutlichsten an der (stärker belasteten) Innengliedmaße sichtbar. Hangbeinlahmheiten hingegen sind eher auf weichem Boden, an schiefen Ebenen oder beim Übersteigen von Hindernissen auffällig. Beim Abbiegen sind sie auf der Außengliedmaße (die weiter vorgeführt werden muß) deutlicher sichtbar.
- Einbrechen: der Versuch, eine Gliedmaße zu belasten, ist erfolglos, das Bein ‘bricht ein’. Typisch für Lähmung des N. femoralis (M. quadriceps).
- Gemischte Lahmheit: Verbindung beider Lahmheitstypen (mittlerer Gliedmaßenabschnitt betroffen).
- Lahmheitsgrade: reichen von 1. = kaum sichtbar bis 5. Grades = Tier ‘läuft auf drei Beinen’. Die Grade 2,3 und 4 entsprechen einer subjektiven Einteilung zwischen den beiden Extremen. Sie dient zur Beurteilung der Entwicklung der Lahmheit (z. B. nach Anwenden einer Therapie), für die es aber keine verbindlichen Definitionen gibt.
- Steifer Gang, klammer Gang: die Stützbeinphasen mehrerer Gliedmaßen sind verkürzt. Da das jeweilige Nachbarbein nicht zur Entlastung genutzt werden kann, werden nur sehr kurze vorsichtige Schritte gemacht (Tier läuft ‘wie auf Eiern’).
Quelle: www2.vetmed.uni-muenchen.de